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Wie viel LebensmittelAbfall fällt in einer Küche wirklich an

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Wie viel LebensmittelAbfall fällt in einer Küche wirklich an

und was passiert,wenn man ihn sichtbar macht?
Ein Erfahrungsbericht von Julia Wolfrom, Projektleitung Green Guides

Genau mit dieser Frage startete das Projekt Bio gemeinsam genießen, das wir als Green Guides im Auftrag des Landes Baden‑Württemberg begleitet haben. Elf völlig unterschiedliche Küchen – von der Kita über Schulmensen bis hin zu Senioreneinrichtungen, Betriebsrestaurants und einer komplexen Zentralküche – machten sich gemeinsam mit uns auf den Weg, ihre Lebensmittelabfälle systematisch zu reduzieren.

Wenn aus Bauchgefühl echte Zahlen werden

Zu Beginn des Projekts stand eine Aufgabe, die oft unterschätzt wird: Transparenz schaffen. Jede Küche wurde darin geschult, Speiseabfälle nach national anerkannter Methodik zu messen und zu erfassen.

Diese Zahlen waren für viele Teams ein Augenöffner. Zum ersten Mal wurde präzise sichtbar:

  • wie hoch der Abfall pro Mahlzeit und pro Essmoment wirklich war,
  • wie viel davon vermeidbar wäre,
  • und an welchen Stellen im Prozess sich systematische Muster zeigten.

Basierend auf diesen Datensätzen haben wir anschließend individuelle Nassmüll‑KPIs für jede Küche entwickelt. Das heißt Kennzahlen, die wie ein Spiegelbild der Küchenprozesse wirkten. So konnten die Teams exakt nachvollziehen, wo Abfall entsteht und warum. Genau diese Transparenz ermöglichte es, nicht mehr pauschal, sondern zielgerichtet zu handeln. Denn erst wenn Abfälle messbar werden, werden sie auch steuerbar. Ein Prinzip, das sich im gesamten Projekt bestätigt hat.

Wenn Küchen beginnen, in Lösungen statt in Routinen zu denken

Auf Basis der erhobenen Daten entwickelten wir für jeden Standort individuelle Maßnahmen: manchmal kleine Stellschrauben, manchmal größere Prozessanpassungen, immer jedoch abgestimmt auf Zielgruppe, Verpflegungssystem und Tagesrealität.

Viele Teams berichteten uns, wie sehr die Zahlen halfen, Entscheidungen neu zu bewerten:
Portionsgrößen wurden präziser, Komponenten verlässlicher kalibriert, Planzahlen genauer gesteuert. Und mit jedem Messzyklus stieg das Bewusstsein dafür, wie sehr jede Entscheidung am Herd, an der Ausgabe oder im Bestellwesen die Abfallmenge beeinflusst.

Das Ergebnis: 16 % weniger Lebensmittelabfälle – und ein echtes Signal für die Branche

Hochgerechnet auf ein Jahr reduzierten die Betriebe ihren Speiseabfall um 36 Tonnen – und mit ihm:

  • rund 2 Millionen Liter Wasser,
  • 64.441 Quadratmeter Anbaufläche,
  • und 102 Tonnen CO₂‑Emissionen.

Diese Zahlen zeigen, welches Potenzial in Puncto Effizienz und Nachhaltigkeit in der Reduzierung des Nassmülls steckt.

Viele Küchen erzielten bereits durch kleine, aber konsequente Anpassungen deutliche Verbesserungen. Und vor allem: Die Teams begannen, stolz auf ihre Erfolge zu sein. Nicht, weil sie „weniger Abfall produzieren müssen“, sondern weil sie aktiv dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und Abläufe zu optimieren.

Anerkennung aus dem Ministerium – ein Meilenstein für alle Beteiligten

Für uns als Green Guides war es besonders wertvoll, wie positiv das Projekt vom Ministerium selbst begleitet wurde.
Sophia Beuter aus dem Referat Ernährungsstrategie schrieb uns nach Abschluss der zweiten Abfallmessung:

„Vielen Dank für die sehr gute Betreuung der Küchen bei den Messungen und die hervorragende Zusammenarbeit. Auch der Abschlussbericht ist vollständig, gut aufbereitet und sehr aufschlussreich. Mit diesem erfolgreichen Projekt ist für Sie und uns ein großer Meilenstein geschafft.“

Ihre Worte unterstreichen, wie bedeutsam das Projekt für alle Beteiligten war – nicht nur operativ, sondern auch strategisch: als Beitrag zur Ernährungsstrategie des Landes und als Fundament für zukünftige Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Gemeinschaftsverpflegung.

Was bleibt: Erkenntnisse, die weit über dieses Projekt hinausgehen

Alle elf Standorte haben gezeigt:
Food Waste Management gelingt dann besonders gut, wenn Küchen ihre Abfälle nicht als Randthema, sondern als Kennzahl verstehen – genauso wichtig wie Zeit, Qualität oder Kosten.

Nassmüll‑KPIs machen Abfall quantifizierbar.
Regelmäßige Messungen machen ihn beeinflussbar.
Und individuelle Maßnahmen machen Erfolge nachhaltig.

„Gutes Abfallmanagement ist keine einmalige Angelegenheit und lässt sich auch nicht pauschalisieren. Jede Küche ist anders – selbst dann, wenn in zehn Küchen nach dem gleichen Speiseplan gekocht wird“. Julia Wolfrom, Projektleitung Green Guides

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Das Formular

Wir entscheiden immer für den Prozess.
In manchen Einrichtungen fällt es leichter, wenn wir die Abfallwerte über ein einfaches Formular erfassen und dann erst digitalisieren.

Entscheidend ist, dass wir den Prozess begleiten und valide Daten erhalten.

Nur dann ist es möglich eine systematische Reduzierung zu erreichen.

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