Wie das Klinikum Peine mithilfe individueller Nassmülll-KPIs seine Krankenhausverpflegung steuert und optimiert
Das Klinikum Peine zeigt, wie Klinikküchen durch gezielte Messungen, klare Kennzahlen und gemeinsames Handeln Lebensmittelabfälle reduzieren können. Gemeinsam mit den Green Guides wurde ein individuelle Speiseabfall-Konzept etabliert, das bereits messbare Erfolge erzielt.
Jeden Tag werden im Klinikum Peine zahlreiche Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende mit hochwertigen Mahlzeiten versorgt. Dabei steht die Küche vor einer besonderen Herausforderung: Eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit Lebensmitteln und Ressourcen umzugehen.
Genau hier setzt das Food Waste Management an: Wer Lebensmittelabfälle reduzieren möchte, muss zunächst verstehen, wo und warum sie entstehen.
Vom Problem zur Lösung: Der Start des Food Waste Management Projekts
Das Klinikum Peine hat sich 2024 gemeinsam mit den Green Guides auf den Weg gemacht, Lebensmittelabfälle systematisch zu reduzieren. Die Motivation dahinter war klar:
„Lebensmittel sollen wieder den Stellenwert erhalten, den sie verdienen! Durch achtsames Handeln wollten wir Verschwendung vermeiden und gleichzeitig eine Brücke zwischen ökologischer Verantwortung und wirtschaftlicher Vernunft schlagen.“ – Christopher Hempel, Vorstand Klinikum Peine AöR
Ein wichtiger Ausgangspunkt im Projekt war die Erkenntnis, welche Mengen an Lebensmitteln täglich verworfen werden und welches Potenzial in einer gezielten Steuerung steckt. Gerade in Klinikküchen entstehen durch unterschiedliche Herausforderungen, wie schwankende Patientenzahlen, individuelle Bedürfnisse, hohe Arbeitsbelastungen und kurzfristige Entlassungen, Lebensmittelabfälle.
Mit einem professionellen Speisenabfall-Konzept sollten die Prozesse, die zu Speiseabfällen führen sichtbar gemacht und mit der Unterstützung der Green Guides effizienter und nachhaltiger gesteuert werden. Gemeinsam haben wir im ersten Schritt für Transparenz aus der Speisenabfalltonne gesorgt. Im nächsten Schritt geht es dann darum auf Basis von Nassmüll-Kennzahlen (KPIs) die Küchenprozesse zu steuern und zu optimieren.
Aus Erkenntnissen werden Maßnahmen:
Nach der ersten Messung wurden die erfassten Abfallmengen zu greifbaren Nassmüll-KPIs von den Green Guides übersetzt. Dabei wurden die Daten ausgewertet und mögliche Hebel aufgezeigt. Auf Basis der Kennzahlen wurden dann gemeinsam mit dem Klinikum Peine konkrete, individuelle Optimierungsmaßnahmen abgeleitet. Dabei ging es nicht um kurzfristige Einzelaktionen, sondern um einen langfristigen Veränderungsprozess.
Ein zentraler Erfolgsfaktor war die Einbindung und das Engagement der Mitarbeitenden des Klinikum Peine. Durch Schulungen und ein gemeinsames Verständnis für den Wert von Lebensmitteln konnte das Thema Food Waste aktiv im Küchenalltag verankert werden.
Auch Anpassungen bei Portionsgrößen und Auswahlmöglichkeiten wurden betrachtet, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten weiterhin auf hohem Niveau sicherzustellen und gleichzeitig Lebensmittelabfälle zu vermeiden.
Messbarer Erfolg: 28 % weniger Lebensmittelabfälle
Der Erfolg des Projekts zeigt sich deutlich in den Zahlen: In der zweiten Messung konnte das Klinikum Peine die Lebensmittelabfälle bereits um 28 Prozent reduzieren.
Pro Jahr entspricht das einer Reduzierung von 12 Tonnen Speiseabfällen. Damit werden nicht nur Ressourcen geschont und die Klimabilanz verbessert, sondern auch Kosten eingespart:
- 32 t weniger CO2e pro Jahr
- 662.000 Liter Wasser weniger verbraucht
- Rund 60.000 € eingespart
Dieser Fortschritt zeigt, welches Potenzial in einem strukturierten Food Waste Management für Krankenhäuser steckt. Durch regelmäßige Messungen, Analyse der Ergebnisse und kontinuierliche Optimierung entstehen nachhaltige Verbesserungen, die sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile bieten.
Das Klinikum Peine mit 275 Planbetten und rund 27.000 ambulanten und stationären Patientinnen und Patienten pro Jahr zeigt damit, dass nachhaltige Krankenhausverpflegung auch im komplexen Klinikalltag erfolgreich umgesetzt werden kann.
Nachhaltigkeit ist ein kontinuierlicher Prozess
Für das Klinikum Peine steht fest: Food Waste Management ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein fortlaufender Entwicklungsprozess.
Mit konsequenter Umsetzung der Maßnahmen und einem kontinuierlichen Monitoring möchte das Klinikum Peine die Lebensmittelabfälle weiter reduzieren und seinen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen leisten.
Fazit: Food Waste Management als Erfolgsfaktor für Kliniken
Krankenhäuser stehen zunehmend vor der Aufgabe, Nachhaltigkeit mit Wirtschaftlichkeit zu verbinden. Ein professionelles Food Waste Management bietet dabei einen wirkungsvollen Ansatz.
Das Beispiel Klinikum Peine zeigt:
- Transparenz schafft Bewusstsein
- Kennzahlen ermöglichen gezielte Steuerung
- Mitarbeitende sind ein entscheidender Erfolgsfaktor
- Nachhaltige Veränderungen entstehen durch kontinuierliches Handeln
Die Reduktion von Lebensmittelabfällen ist damit nicht nur ein Nachhaltigkeitsziel, sondern ein wichtiger Bestandteil moderner Krankenhausverpflegung.


